Blogs gegen Hass

Plötzlich, langsam von hinten angeschlichen überfällt dich dieses Gefühl, deine Gedanken sind von Null auf 300 im Sekundentakt. Du bist unzufrieden, alles läuft immer schief und sowieso haben alle es immer besser und leichter als du. Schuld sind immer nur die Anderen, vor der eigenen Türe wird ungern gekehrt. Wieso den eigenen Dreck aufkehren, wenn mit dem Finger auf den Dreck vor der Nachbarshaustüre gezeigt werden kann?

Von einem Moment auf den Nächsten bricht es auf dir heraus, die ganze Wut vermischt mit dem Hass der sich bereits seit Monaten angesammelt hat. Der Erstbeste muss leiden und bekommt den ganzen Schwall an Gefühlen ab. Danach fühlst du dich schlecht - denn du weißt, du hast etwas getan, was nicht korrekt war. Viele Menschen sind Meister im Unterdrücken ihrer eigenen Gefühle, vor allem negative Empfindungen werden gerne runter gedrückt. Wir müssen perfekt sein, die perfekte Maschine – ehmm Moment wie sind ja Menschen! Tickende Zeitbomben gibt es genug auf der Welt.

Wir zerbomben Städte im Namen des Friedens, wir töten im Namen des Friedens, wir lassen Drohnen zu die Kinder in Kriegsgebieten erschießen, die von Soldaten als Kollateralschaden bezeichnet werden. Wir tun alles im Namen des Friedens und der Gerechtigkeit, aber die Kreuzzüge sehen im Nachhinein geschichtlich betrachtet auch grausam aus, nicht?

Das wird in 400 Jahren bei uns auch nicht viel anders sein, unsere Zeit wird als eine der grausamsten gelten. Wir knebeln und zerstören uns nicht nur untereinander, sondern auch noch selbst!
Unsere Welt ist ein Ort der Konkurrenz geworden, generell gibt’s immer zu wenig Zeit und zu viel zu tun und wir müssen kämpfen um über Wasser zu bleiben. Niemand von uns hat sich diese Welt wohl so gewünscht. Eigentlich wollen wir alle glücklich sein und genug Liebe bekommen. Doch anstelle dessen ist dort diese ständige Leere, gepaart mit der Unzufriedenheit. Wir versuchen diese Leere zu füllen, aber nichts ist groß genug. Irgendwann wird aus der Eifersucht Hass… Und genau an diesem Punkt kann und werde ich nicht weiter schreiben. Denn ich bin schlichtweg nicht in der Lage zu hassen. Klar, kann ich es mir vorstellen wie es ist, aber ich habe aufgehört mein Leben mit anderen zu vergleichen. Ich bin selbst für mein Glück zuständig, dementsprechend muss ich auch etwas dafür tun und nicht einfach die Schuld für mein Unglück auf andere abwälzen.

Wobei wir beim Thema wären: Menschen fangen an zu hassen, weil sie unglücklich sind, jedoch sind die meisten sich dessen nicht bewusst, denn es ist viel leichter die Schuld auf andere abzuwälzen…
Denn diesem Zustand auf dem Grund zu gehen kostet Nerven, Geduld und Mut. Den Mut über seine eigene Sichtweise hinaus zu springen und sich bewusst zu werden, was einen wirklich in die Situation geritten hat. Ist das Problem einmal gefunden, wäre es doch Schwachsinn, beim Nächsten Mal wieder so zu handeln nicht? Zwar ist es schwer sich aus einer schlechten Angewohnheit heraus zu wursteln, im Endeffekt wird sich die ganze Arbeit lohnen, da du in Zukunft weißt wie du solche kraftzehrenden Situationen vermeidest.

Wir können alle glücklich sein, aber müssen es nur wollen!

Wir haben die Zukunft der Erde in unserer eigenen Hand, entweder wir ändern uns innerlich und die Welt verändert sich. Oder wie tun es nicht und die Welt wird so etwas wie ein Spiegelbild von uns, also lasst uns das möglichst positiv gestalten!


Dieser Beitrag ist im Rahmen der Blogparade Blogs gegen Hass entstanden, über die ich zufällig durch einen Kommentar von Sarah Maria gestolpert bin, die die diese ins Leben gerufen hat. Die Aktion läuft noch bis zum 28. Februar!

Eure Gedanken:

  1. Wow. Das ist ein wirklich gut geschriebener Blogbeitrag. Man sieht, dass du dir zu dem Thema wirklich Gedanken gemacht hast. Deine Aussagen sind klar und einleuchtend. Ich glaube dir, dass du nicht hassen kannst. Wow.

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  2. ... toll, einfach nur Super.

    Trotzdem möchte ich gerne eine kleine, persönliche Anmerkung dalassen:
    Hass ist ein sehr starkes Wort und auch ein sehr starkes Gefühl, genau so wie das Wort "Liebe",
    und ich bin der Meinung, dass nicht nur aus der Unzufriedenheit oder dem Unglücklich sein heraus gehasst wird, sondern ebenfalls aus der oder mit der Liebe. Jeder Mensch kann hassen, es liegt in seiner Natur, auch wenn du es sehr glaubhaft darstellst, dass du nicht hassen könntest (was ich dir gerne glauben möchte). Doch sollten wir auch beim Hass unterscheiden aus welchen Beweggründen dieser entsteht und dann eine Beurteilung des Wortes an sich oder / und des dazu gehörende Gefühl anstellen.
    Auf die Blogparade bezogen, ist der Hass ganz sicher ein anderer, wie der ganz persönliche "GefühleHass" in mir. Fremdenhass ist schon sehr schwer nach zu vollziehen und genauso wie du es selber schreibst, liegt diese im Ursprung der Unzufriedenheit oder dem Unglücklich sein.
    Ein sehr starker Satz und ich zitiere den auch aus innerer Überzeugung:
    "Wir können alle glücklich sein, aber müssen es nur wollen!"

    Vielen Dank für einen tollen Beitrag zum Thema Hass, sehr gelungen
    LG Ede

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  3. Auch wenn ich nur irgendwie über G+ hier hergekommen bin, habe ich das dringende Bedürfnis diesen wirklich ausdrucksstarken (in Worten und Bildern) gemachten Blogpost zu kommentieren, auch wen ich gar nicht weiß, um was es bei dieser Blogparade geht.
    Tatsache ist, du hast die Basisemotionen der menschlichen Natur für dich (und ich würde sogar sagen: allgemein) treffend erkannt und wunderschön dargestellt. Folglich glaube ich nicht, sondern bin mir sicher, dass du in der Tat nicht hassen kannst, denn - aus den Zeilen gelesen - widerstrebt es dir die Kraft der Liebe in ihre andere Polarität umzukehren. Es sollte mehr Menschen geben, die sich das zur Aufgabe machen.

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  4. Das ist ein wirklich sehr schöner Beitrag, der wieder bekräftigt, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Wir sind verantwortlich für unser Glück und dafür keinen Hass empfinden zu müssen. In unserer Verantwortung liegt es, dass wir glücklich(er) sind.
    Danke und HG Hans

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  5. Erstmal: Danke dir für's mitmachen! <3

    Deinen Text finde ich super. Er ist sehr ausdrucksstark geschrieben - und zieht den Kern von Hass perfekt auf einen Punkt. Ich finde es wichtig und richtig, dass du uns allen nochmal vor Augen hältst, dass wir es selber in der Hand haben, ob wir unser Leben mit Gefühlen verbringen, die uns glücklich machen. Dazu gehört allerdings auch immer etwas Arbeit und ein offener Blick. Oder ob wir faul in unserem eigenen Unglück dahinsimmern wollen, bis via Vorurteile und Hass dieses Gefühl dann irgendwann überkocht.

    Und außerdem: Ich finde deine Fotos toll! Die Idee mit dem Spiegel illustriert wunderbar, dass wir selbst diejenigen welchen sind, die wir im Fokus haben und Verantwortung übernehmen sollten. Wenn das alle tun würden, dann wären viele globalen Probleme vermutlich einfacher zu händeln bzw. gar nicht erst da.

    Liebe Grüße zu dir,
    Sarah

    P.S.: Etwas off topic: Aber! Ich mag deinen Hut. Total! :)

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